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LEICHTER, SCHNELLER, BESSER? RASANTE ENTWICKLUNG DER PARGLEIT-TECHNOLOGIE VON DEN RED BULL X-ALPS-ANFÄNGEN BIS HEUTE  - 27.05.2011

Die Rennstrecke beträgt Luftlinie ganze 864km und die Teilnehmer brauchen unter Umständen mehr als 12 Tage, um ihr Ziel zu erreichen – und doch kann sich der Ausgang des Adventure Race Red Bull X-Alps innerhalb von Minuten entscheiden. Die richtige Thermik oder das schnellere Erreichen eines Startplatzes bedeuten oft den gravierenden Unterschied zwischen 200 schnellen Kilometern in der Luft oder 200 wesentlich langsameren zu Fuß.

Jeder Red Bull X-Alps Teilnehmer ist stets auf der Suche nach dem entscheidenden Vorsprung und die richtige Technologie spielt dabei eine wesentliche Rolle. Immerhin müssen die Athleten während des Rennens ihren Gleitschirm, ihren Helm und ihr Gurtzeug stets mit sich tragen. Beim ersten Red Bull X-Alps 2003 benützten die Teilnehmer noch herkömmliche Gleitschirme, die gemeinsam mit dem restlichen Equipment stolze 20kg auf die Waage brachten.

Beim heurigen Rennen wird sich diese Zahl auf gute 7kg reduzieren und viele der Athleten treten mit speziellen Gleitschirm-Prototypen an, die eigens für den Einsatz bei Red Bull X-Alps entwickelt wurden. Das Gurtzeug fungiert dabei gleichzeitig als Rucksack und kann so nach der Landung in weniger als vier Minuten verpackt werden.

„Damals (2003) dachte ich noch, dass wir die meiste Zeit bei Red Bull X-Alps in der Luft verbringen würden“, erinnert sich der fünffache Teilnehmer Andy Frötscher (ITA).“Ich hatte meine normale Flugausrüstung dabei, die ich einfach in einen Sack gepackt hatte – und so startete ich das Rennen mit 21kg Gepäck. Aus heutiger Sicht war das komplett verrückt!“

Die Entwicklung von leichteren, nicht-porösen Materialien und die steigende Beliebtheit des Events waren für namhafte Hersteller ein Anreiz, besseres, leichter transportables Equipment zu produzieren, das sie der Öffentlichkeit alle zwei Jahre bei Red Bull X-Alps präsentieren konnten. So kam etwa das Gurtzeug, das 2009 speziell als Prototyp für den letztendlichen Gewinner Christian Maurer (SUI1) entwickelt wurde, später regulär auf den Markt und verkauft sich bis heute extrem erfolgreich.

„Die Gleitschirme haben sich in dieser Zeit stark verändert“, erklärt Paragleit-Journalist Hugh Miller. „So wurden vor allem die Leinen, die Gurtzeug und Pilot mit dem Flügel verbinden, massiv reduziert.“

„Dadurch werden sowohl Gewicht als auch Luftwiderstand minimiert, da der Gleitschirm so besser durch die Luft schneidet und Gleitverhalten und Geschwindigkeit verbessert werden“, so Miller. „Zusätzlich sind die heutigen Schirme mehr sichelförmig, was sich ebenfalls positiv auf Geschwindigkeit und Performance auswirkt.“

Die Leinen selbst werden heute aus leichteren, stärkeren Materialien gefertigt und sind ca. 2mm dick, was im Vergleich zu den ersten Gleitschirmen um 75% weniger ist. Ein Gleitschirm-Spitzenmodell wie der Gin Boomerang 8, den Vincent Sprüngli (FRA1) während des Rennens fliegen wird, verfügt über ein Gleitsegel aus superleichtem Ripstop-Nylon und Leinen aus Kevlar.

Laut Race Director Christoph Weber müssen solche Gleitschirme trotz besserem Gleitverhältnis (gibt an, wie viele Meter ein Gleitschirm in stiller Luft in horizontaler Richtung gleitet, während er einen Meter Flughöhe verliert) und höherer Geschwindigkeit jedoch auch extrem widerstandsfähig sein.

„Bei Red Bull X-Alps müssen die Piloten gegen die widrigsten Flugverhältnisse gewappnet sein, da sie es unter Umständen mit extremen Startplätzen und starken Turbulenzen zu tun haben. Auf jeden Fall sollten die neuen Gleitschirme es den Piloten aber ermöglichen, länger in der Luft zu bleiben und sich dem Ziel so schneller zu nähern.“

Hat das bessere Equipment jedoch wirklich so viel Einfluss auf das Endergebnis des Rennens? Thomas Theurillat, Supporter von Christian Maurer (SUI1), der 2009 das Rennen für sich entscheiden konnte, ist sich da nicht so sicher.

„In der Formel 1 kann Michael Schumacher nicht in einem langsamen Auto gewinnen – hier spielt die Ausrüstung also eine essentielle Rolle für den Erfolg. Im Tennis hingegen haben alle Spieler mehr oder weniger das gleiche Equipment und das Match wird durch die Fertigkeiten der Spieler entschieden.“

„Bei Red Bull X-Alps 2009 hatte Christians Gleitschirm eine ähnliche Performance wie die Schirme anderer Top-Teams – entscheidend war jedoch der Athlet und nicht die Ausrüstung.“

Zweifelsohne wird der Sieg bei Red Bull X-Alps jenem Athleten gehören, der die beste Gesamtstrategie, Fitnesstaktik und Flugfertigkeit an den Tag legt, aber topmodernes Equipment wird alleine schon dazu nötig sein, um mit dem Rest des Starterfelds mithalten zu können. Ein superleichter Gleitschirm ist auf dem Boden sicherlich essentiell – er muss jedoch auch in der Luft halten, was er verspricht.

Red Bull X-Alps 2011 startet am 17. Juli im Österreichischen Salzburg – alle Infos zum Equipment der teilnehmenden Athleten gibt’s auf www.redbullxalps.com.
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