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Red Bull X-Alps: Hofer gewinnt zum zweitenmal den Titel - 07.08.2007

Alex Hofer (SUI1) ist der Gewinner von Red Bull X-Alps 2007. Auf der letzten gefinkelten Strecke zum Ziel lieferten sich Toma Coconea (ROM) und Martin Müller (SUI3) ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen und sorgen für ein spannungsgeladenes Finale, das letztendlich Hofer durch einen spektakulären Flug für sich entscheiden konnte.

Am Samstag waren Coconea (ROM) und Martin Müller (SUI3) gemeinsam hoch vom Col De Galibier mitten in den Französischen Alpen in ihren vorletzten Tag gestartet. Ein fantastischer Flugtag lag vor ihnen und am frühen Nachmittag waren sie beide in der Luft. Müller, dreifacher Schweizer Paragleit-Champion, ließ durch sein beeindruckendes Flugkönnen bald Coconea hinter sich und hatte am Ende des Tages 40 km Vorsprung vor dem Rumänen.

Müller und Coconea waren zwei von vier erstklassigen Piloten, die sich nach Passierung des Etappenziels Eiger vom übrigen Teilnehmerfeld absetzen konnten. Eigentlich wären die ersten Plätze dem Schweizer Trio sicher gewesen, hätte nicht Coconea durch eine unglaubliche Strecke von 170 km, die er innerhalb von 30 Stunden zu Fuß zurücklegte, zu den Top-Athleten aufgeschlossen.

Hofer, der Red Bull X-Alps bereits 2005 für sich entschieden hatte, und sein Landsmann Urs Lötscher (SUI2) machten das Quartett komplett, das gemeinsam in Richtung Mont Blanc marschierte und sich 85 km Vorsprung über den Fünftplazierten Aidan Toase (GBR1) erarbeitete.

Nach eingehender Analyse von Müllers Tracklog stellte die Race-Leitung fest, dass er bei Scion in der Schweiz verbotenen Luftraum durchflogen hatte.
Müller wurde eine Sperre von 36 Stunden auferlegt, die er mit Eintreffen am finalen Etappenziel Mont Gros antreten musste. Die bittere Konsequenz aus Müller Strafe war, dass jeder Athlet, der vor Ablauf von Müllers Strafzeit am Mont Gros ankommen würde, ihn überholen würde – außer dieser müsste selbst eine Strafzeit verbüßen.

Müller holte auf dem Rest der Strecke wie besessen alles aus sich heraus und ließ zuerst Lötscher hinter sich, als der 50-jährige Schweizer Bergsteiger kurz vor dem Col De Galibier landete und somit die hohen Lagen nicht mehr passieren konnte, die Müller zu Fuß überwand. Sobald die Thermik einsetzte, bahnte er sich seinen Weg durch die komplexen Südlichen Französischen Alpen und landete nur 60 km vom Ziel entfernt.

Hofers westliche Route hingegen stellte sich bald als falsche Entscheidung heraus. Bei Abenddämmerung fand er sich wieder in der Nähe von Gap in den Alpes de Haute Province und verfluchte sein riskantes Manöver. Ohne einen Spitzenflug am nächsten Tag wäre Hofer verloren.
Bei Tagesende begann für Müller und Coconea die wahrscheinlich härteste Strecke des Rennens: eine letzte Strecke von etwa 24 Stunden, die die beiden Athleten zu Fuß zurücklegen mussten. Müller war sich bewusst, dass ihm das Rumänische Ausdauerwunder bereits im Nacken saß und ihm leicht seinen Vorsprung von 40 km ablaufen konnte, wenn er sein Tempo nicht halten konnte.
Bei Tagesanbruch war die Distanz zwischen den beiden auf 30 km geschrumpft:
während Müller noch immer tapfer weiterging, bestritt Coconea nach fast 1000 km Fußmarsch seinen Weg laufend!

Hofer befand sich mittlerweile zu Fuß etwa 130 km von Monaco entfernt und suchte nach einer Gelegenheit zum Abheben. Nachdem er den Serre Poncon See überquert hatte, erhob er sich in die Lüfte und segelte mit einem schwachen, technischen Flug bis ins Ziel. Es sah hoffnungslos aus – doch bei ihm erschien sogar das Unmögliche noch möglich und jeder Kilometer, den sich der Schweizer Profi Richtung Süden kämpfte, setzte Müller und Coconea unter größeren Druck.

Trotz allem reichte Müllers brillanter Flug nicht aus, um Hofer einzuholen, der unter Freudengeschrei am späten Nachmittag das Ziel erreichte. Müller war der erste Athlet, der Monaco erreichte, war jedoch durch seine 36-Stunden-Sperre gezwungen, zu warten und sich überholen zu lassen.

Nach einem beeindruckenden Flug landete Hofer schließlich 13 km vor dem Mont Gros und legte die letzten drei Stunden im Laufschritt zurück, was ihm den Vorsprung über den erschöpften Coconea und den Siegertitel des Red Bull X-Alps 2007 einbrachte. Coconea konnte sich fünf Stunden später in die Lüfte erheben, Lötscher weitere drei Stunden später. Lötscher muss wie Müller eine 36-Stunden-Sperre für dieselbe Luftraumübertretung absitzen, was Müller zum Bronze-Gewinner macht.

Da die Athleten nur noch 48 Stunden haben, um das Rennen zu beenden, müssen sie ab jetzt noch einmal alles geben, um ihr Unterfangen zu beenden. Das Live Tracking ist bis Mittwoch, den 8.August, um 10.30 Uhr verfügbar, wenn das diesjährige Red Bull X-Alps offiziell endet.
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