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Kampf der Giganten - 03.11.2006

Andi Orgler und Martin Buchberger, beide auf Moyes Litespeed S, liefern sich 2006 ein noch nie da gewesenes OLC-Duell.

Vorweg das Ergebnis: es gibt zwei Sieger! Andi Orgler gewinnt mit 2.941,44 Punkten die internationale OLC-Wertung (6 Flüge) vor Martin Buchberger mit 2.831,87 Punkten. Martin gewinnt die österreichische OLC-Wertung (3 Flüge) mit 1.714,40 Punkten vor Wolfgang Rauch mit 1.560,88 Punkten auf Wills Wing T2 und Andi Orgler mit1.517,42 Punkten.

Die XC-Saison 2006 – die beste seit man bei den Drachen den Turm abgesägt hat – beginnt mit dem üblichen Geplänkel: ein 212 km FAI von Andi am 21.April, ein 228 km FAI von Martin am 3. Mai, und noch ein paar wenig erwähnenswerte Hüpfer bis zur zweiten Maiwoche.
Am 12. Mai klingelt´s dann das erste Mal: während Andi sich erstmal aus „seinem“ Stubaital mühsam ins Zillertal und Pinzgau rauft und sich mit einem 276 km flachen Dreieck über Wagrain begnügen muss, landet Martin einen Kracher: 290 km FAI mit Wendpunkten im Schmirntal, am Walchsee und im Gastein. Beide werden Opfer einer großflächigen Abschattung des Pinzgaues. Martin landet nach 8,5 Stunden in Gerlos – es fehlen nur 500 Höhenmeter für das erste 300-er in Europa.
Der Mai ist damit gelaufen. Am 15. Juni starten wieder beide von ihrer homebase: Martin von der Zillertaler Höhenstraße, Andi von der Schlick im Stubaital. Andis handicap an diesem Tag: der Clubausflug der Stubaier Jochdohlen zur Emberger Alm. Während ein Teil seine Kollegen den Hammertag im Auto verbringen, fliegt Andi mit 4 Freunden von der Schlick nach Lienz , allein wieder zurück nach Sterzing und noch mal Richtung Greifenburg – mit einem Schnitt hart an der 40 km/h-Marke! 297 km Jojo sind tags drauf am OLC-Server zu bewundern. Martin kann hingegen ohne Clubausflugs-Vorgaben fliegen. Nach den Wendepunkten Schmirntal, Aschau am Chiemsee und irgendwo hinterm Stubnerkogel zwingt ihn und Clubkollegen Wolfgang Rauch wieder ein abgeschattetes Pinzgau zur frühzeitigen Landung – diesmal in Neukirchen im Pinzgau. 280 km FAI sind zwar keine Katastrophe, aber es wär´ halt wieder ein 300-er gewesen!
Zwischenbilanz: in der Österreich-Wertung hat Martin nun klar die Nase vorn – in der internationalen Wertung zieht Andi allerdings mit zwei flachen Dreiecken (282 und 293 km von der Emberger Alm) auf und davon. Der Begriff ClubausFLUG wird bei den Stubaiern scheinbar ziemlich wörtlich genommen!
In der Österreichwertung macht Martin am 20. Juli den Sack mit einem spektakulären Flug zu: Nach mühsamen Pinzgau-Kilometern bis zur Schwalbenwand bei Saalfelden (von wegen Rennstrecke!) überquert er, der Glockner Hochalpenstraße folgend, den Alpenhauptkamm – in einer Höhe wo schon fast die Straßenverkehrsordnung gilt. Im Süden spielt´s aber dann Granada: Mit integrierten Steigwerten jenseits der 4 m/s geht´s über die Lienzer Dolomiten über das Gailtal in die Karnischen Alpen (Martin glaubt, das wär´ schon Slowenien – ein Wunder, dass er immer wieder heim findet!) und über das Pustertal zurück ins Zillertal. Es fehlt ein letzter Wendepunkt westlich des Tuxertales, es ist ja erst kurz nach 18 Uhr – und wieder verhindert eine großflächige Abschattung das 300-er: Mit Hängen und Würgen kommt er gerade noch durch das Tuxertal zur Bruggerstube – 287 km FAI machen ihn aber in der Österreichwertung uneinholbar.
Eine knappe Woche danach will es Andi noch mal wissen: Mit seinem Reisepass im Gurt (er könnte ihn an diesem Tag brauchen!) startet er von der Schlick, quert zweimal das Wipptal für den ersten Wendepunkt, quert das Inntal und das Lechtal für den zweiten Wendepunkt nördlich von Reutte, dringt über den Reschenpass in eidgenössisches Hohietsgebiet ein (Unterengadin), muss sich bei zunehmend gewittrigen Bedingungen weit nördlich der direkten Linie entlang dem Inntal zurückhanteln und … parkt sich nach 255 km FAI im Ötztal ein. Das wäre eine sensationelle Route für das 300-er gewesen, aber es wollte heuer einfach nicht sein!
Martin fehlt noch ein Flug für die internationale Wertung – und er versemmelt am 25. Juli die Chance mit einem bemerkenswerten Absaufer nach 157 km in St. Johann in Tirol, weil er nicht gecheckt hat, dass der Nordwind an diesem Tag halt doch ein wenig zu stark war, um im Renntempo das Kössener Becken zu queren.
Der August lässt sich am besten so zusammenfassen: absolutes Hammerwetter … in Spanien. Davon kriegt Andi, der in Texas bei der Vor-WM weilt, allerdings nicht viel mit. Und Martin packt kein einziges Mal seinen Drachen aus … er hält nach wie vor nichts von der angeblich so positiven Wirkung von Regenwasser auf das Segelmaterial.
Damit ist das Rennen gelaufen! Nach mehr als 4.000 Kilometern von Andi und knapp 1.700 von Martin ist nur eines klar: Moyes dominiert auch die Online-Contest-Szene. Und: Andi und Martin haben die OLC-Latte in den Alpen ein ziemliches Stück angehoben. Nur das erste 300-er FAI muss noch bis 2007 warten!
Ergebnisse FAI 1 2006
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